Landwirtschaft im Moor: Vom CO2-Problem zur Lösung

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In Norddeutschland wird auf Moorböden vor allem Milch produziert. Doch einige Landwirt:innen steigen um - auf eine Bewirtschaftung, die auch auf nassen Flächen funktioniert.

 

Weniger Wasser im Moorboden führt zu Problemen

In Deutschland wurden etwa 95 Prozent der früheren Moorflächen entwässert - doch was für die Landwirtschaft zunächst ein Vorteil ist, bringt Nachteile mit sich, die jetzt im Zuge der Klimakrise Beachtung finden. Sinkt das Wasser im Boden, kommt der Torf in Berührung mit Sauerstoff. Dann verbindet sich ein Kohlenstoff-Atom mit zwei Sauerstoff-Atomen und geht als Kohlendioxid in die Luft. Durch diesen Abbau des Bodens sinkt die Gelände-Oberkante ab - fast unmerklich, weil das langsam passiert. Der Moorboden am Dümmer liegt teilweise heute schon etwa 1,60 Meter niedriger als vor 120 Jahren.

Hohe CO2-Emissionen aus entwässerten Mooren

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Thünen-Institut erforschen in den kommenden Jahren, um wie viele Zentimeter pro Jahr sich unterschiedlich stark entwässerte Moorböden abbauen. Dafür werden an insgesamt 200 Standorten bundesweit Daten erhoben. So lassen sich die CO2-Emissionen aus entwässertem Moorboden noch exakter bestimmen. Klar ist, etwa sieben Prozent der nationalen Treibhausgas-Emissionen stammen aus trockengelegten Mooren - das entspricht in etwa den Emissionen des Flugverkehrs in Deutschland im Jahr 2014. In Mecklenburg-Vorpommern stammen sogar 30 Prozent der gesamten Emissionen des Landes aus entwässerten Mooren.

 

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Landwirtschaft im Moor: Vom CO2-Problem zur Lösung
Viel CO2 aus tockenen Mooren