Die Macht der Krankenhäuser

|   Startseite

NDR: Montag, 26. Februar 2018, 22:00 bis 22:45 Uhr

 

In deutschen Krankenhäusern zeigt sich eine erschreckende Fehlentwicklung: Manche Patientenbehandlungen zielen nur darauf ab, möglichst viel Geld einzubringen. Grund hierfür ist, dass die Krankenhäuser seitens der Politik, im Rahmen von Einsparungen, in einen harten Wettbewerb geschickt wurden. Gleichzeitig sind die staatlichen Zuschüsse dramatisch gesunken. Immer mehr Klinken sind von der Insolvenz bedroht.

Medizin zu Lasten der Patienten

In einer aufwendig angelegten Studie haben ein langjähriger Krankenhaus-Manager und ein Professor Ärzte und Geschäftsführer deutschlandweit persönlich befragt. In den Interviews gaben fast alle Ärzte an, dass ihre medizinischen Entscheidungen von finanziellen Erwägungen beeinflusst werden.

Das seit 2003 in Deutschland eingeführte Bezahlsystem zwingt die Krankenhäuser dazu, möglichst viele Patienten in möglichst kurzer Zeit zu behandeln. Dabei gilt es so viele "lukrative Fälle" wie möglich zu gewinnen. Lukrativ sind vor allem bestimmte Operationen und der Einsatz teurer Apparate. Krankenhausmitarbeiter berichten, dass diese an Profiten ausgerichtete Medizin oft zu Lasten der Patienten geht.

Die Doku spricht mit Opfern dieses Systems: Patienten, die nutzlose Operationen hinter sich haben oder in einem hektischen Klinikalltag große Angst und Unsicherheit erlebten. Insider berichten von lebensgefährlichen Situationen für Patienten, die von überlastetem Personal versorgt werden.

 

Zum NDR-Artikel

Zurück
Patienten sollen einem Krankenhaus möglichst viel Geld bringen.